Klagenfurt Mobil GmbH: Neue Gesellschaft, neues Busbranding, neuer Antrieb und Linienoptimierung

Der ÖPNV in Klagenfurt steht vor einer radikalen Wende. Hauptmerkmale sind eine Linienoptimierung und die Umstellung auf alternative Antriebe. Außerdem kommen eine neue App und ein Jahresticket für 365 Euro.

Die neuen Wege der Mobilität wurden dem Anlass entsprechend in einem frisch gebrandeten Bus am Heiligengeistplatz vorgestellt. Das Rot der Busse wird nun durch Türkis ersetzt, die Umbeklebung erfolgt schrittweise während der Nacht in der Busgarage.

Das ist aber nur der Anfang einer Reihe von Maßnahmen, die künftig den Busverkehr in Klagenfurt verändern werden und im Rahmen der Pressekonferenz von Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, Stadtrat Frank Frey sowie den beiden Vorständen der Klagenfurt Mobil GmbH, DI Erwin Smole und Dr. Wolfgang Hafner, vorgestellt wurden.

Für Mathiaschitz hat die Klagenfurt Mobil GmbH zwei wesentliche Aufgaben zu bewältigen. Nämlich die Attraktivierung des Liniennetzes und der Frequenz sowie die Dekarbonisierung der Busflotte, also die Umstellung auf alternative Antriebsarten. Beim Liniennetz will die Bürgermeisterin den 10-Minuten-Takt der Busse auf den Hauptlinien inklusive Anbindung der Siedlungsgebiete. Die Dekarbonisierung ist eine Vorgabe der EU.

Für den für den ÖPNV zuständigen Stadtrat Frank Frey ist die Erneuerung des Busangebotes in Klagenfurt ein enorm wichtiger und längst fälliger Schritt. Ein erster Schritt in Richtung besseres Angebot ist dabei das neue 365 Euro Jahresticket. Umgerechnet kostet damit ein Tag Busfahren einen Euro. Und Nextbike gibt es gratis dazu. Die Karte ist ab 1. Juli erhältlich. Über die technischen Neuerungen, die auf die Gesellschaft zukommen, informierten die beiden Geschäftsführer.

Wie Dr. Wolfgang Hafner ausführte, wurde für Klagenfurt ein Gesamtmobilitätskonzept erstellt, in dem die Busse nur ein Teil davon sind. "Ziel in Klagenfurt ist nun eine Verdoppelung der Passagierzahlen, was nach der Umsetzung der neuen Maßnahmen durchaus möglich ist", so Hafner. Geplant sind in Zukunft fünf Hauptlinien (von Nord nach Süd und Ost nach West und immer über den Heiligengeistplatz) sowie acht Nebenlinien. Auf den Hauptlinien wird im 10-Minuten-Takt gefahren. Die erste Testlinie soll noch heuer in Betrieb gehen, bis 2024 soll alles umgesetzt sein. Das neue Konzept sieht eine Verdoppelung der Kilometerleistung von derzeit rund drei Millionen Kilometer, die die 66 Busse derzeit im Jahr zurücklegen, auf 5,7 Millionen Kilometer vor. Mit der Frequenzsteigerung muss auch die Lenkerzahl fast verdoppelt werden.

Neu wird heuer auch eine App sein, die im November kommen soll. Wie DI Smole informierte, kann man damit nicht nur sein Busticket kaufen, sondern sich auch über Fahrpläne informieren. "Die App zeigt dann genau an, in wie vielen Minuten der nächste Bus zur Haltestelle kommt", so Smole. Auch mit dieser App kann man dann sein Nextbike ausleihen. Und für Touristen wird es ein 72-Stunden-Busticket geben.