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Biomüll

Neue Biogasanlage für Kärnten

In Klagenfurt werden regionale biogene Abfälle zu Biogas und Kompost

1. September 2026

Klagenfurt, 1. September 2026 –

Klagenfurt, 1. September 2026 – Die Stadtwerke Klagenfurt und die Kärntner Abfallwirtschaftsverbände setzen einen wichtigen Schritt in Richtung erneuerbare Energie, regionale Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz: Südlich der Kläranlage in Klagenfurt ist die Errichtung einer modernen Biogasanlage geplant, die die Erreichung der Klimaziele unterstützen soll. Die Gemeinschaftsgesellschaft der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH (KEV) und der Energie Klagenfurt, Tochtergesellschaft der Stadtwerke Klagenfurt AG, plant hier bis zu 25.000 Tonnen regionale biogene Reststoffe pro Jahr zu verwerten. Aus den Abfällen entstehen Biomethan und hochwertiger Kompost. Das Investitionsvolumen des Projekts beträgt rund 20 Millionen Euro. Läuft die derzeitige behördliche Vorprüfung planmäßig, könnte der Baustart der Anlage Ende 2028 erfolgen. Die Produktion von Biomethan ist dann ab Anfang 2030 möglich.

„Kreislaufwirtschaft gelingt dann, wenn wir über Gemeindegrenzen hinweg zusammenarbeiten und regionale Stoffkreisläufe gemeinsam schließen. Genau dafür steht dieses Projekt: Biogene Abfälle aus Kärnten sollen künftig auch in Kärnten verwertet und sinnvoll weitergenutzt werden. Die Kooperation der Abfallwirtschaftsverbände mit den Stadtwerken zeigt, wie aus kommunaler Zusammenarbeit eine tragfähige Lösung für das ganze Land entstehen kann“, betont Abfallwirtschafts- und Klimaschutzreferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger.

Regionale Reststoffe werden zu Biogas

Angeliefert werden die biogenen Abfälle von den Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden. Im Anschluss werden die biogenen Reststoffe unter kontrollierten Bedingungen vergoren. Das entstehende Biogas wird anschließend zu Biomethan aufbereitet und in das bestehende Klagenfurter Gasnetz eingespeist. Damit kann die Verwendung von fossilem Erdgas reduziert werden, gleichzeitig steigt der Anteil erneuerbarer Energieträger in der regionalen Energieversorgung.

„Wir betrachten regionale Reststoffe nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource. Mit der geplanten Biogasanlage produzieren wir nachhaltige Energie für Kärnten. Mit Kreislaufwirtschaft verbinden wir einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit“, so Stadtwerke Klagenfurt Vorstand Erwin Smole.

Günther Albel, Geschäftsführer Kärntner Entsorgungsvermittlungs GMBH, Bürgermeister Villach: „Der KEV als Zusammenschluss von fünf Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden trägt die Verantwortung für die nachhaltige Verwertung großer Mengen biogener Abfälle in unserem Land. Mit diesem Projekt schaffen wir die Voraussetzung, die Stoffe auch in Zukunft regional, klimafreundlich und ressourcenschonend zu nutzen. Die Anlage sichert damit nicht nur eine moderne Abfallverwertung, sondern auch die Erzeugung erneuerbarer Energie aus Kärntner Ressourcen. Es ist eine Investition in unsere Zukunft.“

Christian Scheider, Bürgermeister Klagenfurt: „Die Ent- und Versorgungssicherheit für Klagenfurt wird mit diesem Projekt weiter ausgebaut. Die geplante Biogasanlage ist daher absolut begrüßenswert und ein wichtiger Schritt für unsere Stadt. Biogas kann einen Beitrag zur Deckung des Gasbedarfs leisten, während die Verwertung von Biomüll im regionalen Kreislauf den Umweltschutz stärkt. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Anlage mit modernster Technologie betrieben wird und die Anlieferung der Reststoffe ausschließlich tagsüber erfolgt, sodass die Belastung für die Bevölkerung möglichst gering bleibt.“

Klagenfurts Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann ergänzt: „Durch die direkte Nachbarschaft zur Kläranlage nutzen wir bestehende Infrastrukturen optimal aus und verbinden Abfall- und Abwasserwirtschaft zu einem effizienten Energiesystem. Dieses 20-Millionen-Euro-Projekt ist eine wichtige Investition in die Zukunft und die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung. Gleichzeitig hat der Schutz der Bevölkerung höchste Priorität: Dank modernster Biofilter und komplett geschlossener Hallen wird ein geruchs- und lärmarmer Betrieb möglich sein.“

Kreislaufwirtschaft – Kläranlage und Biogasanlage als gemeinsames Energiesystem

Ein besonderer Vorteil des Standorts ist die Lage im Industriegebiet Klagenfurt, in unmittelbare Nähe zur bestehenden Kläranlage Klagenfurt. Das dort entstehende Klärgas soll künftig gemeinsam mit dem Biogas aufbereitet werden. Dadurch entsteht eine direkte Synergie zwischen Abwasserwirtschaft und Abfallwirtschaft, bei der vorhandene Stoff- und Energieströme effizient miteinander verbunden und bestehende Infrastrukturen optimal genutzt werden.

Das Projektareal liegt in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Gasleitung, wodurch das aufbereitete Biomethan direkt in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden kann.

Die Reststoffe werden zu Biokompost weiterverarbeitet. Erwartet wird eine jährliche Kompostmenge von rund 10.000 Tonnen. Damit werden die wertvollen Nährstoffe als Biokompost wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt.

Alle Prozesse finden in geschlossener Halle statt

Ein Schleusensystem und ein ca. 1000 Quadratmeter großer Biofilter mit modernster Technologie verhindern, dass Gerüche aus dem Anlagenbereich nach außen gelangen. Lärm- und geruchsintensive Prozesse finden ausschließlich innerhalb einer geschlossenen Halle statt. Auch die Anlieferung der zu verwertenden Abfälle erfolgt ausschließlich tagsüber, sodass keine zusätzliche Lärmbelastung im Straßenverkehr zu erwarten ist.

Beitrag zu Klimaschutz und regionaler Wertschöpfung

Die geplante Biogasanlage ist Teil einer langfristig ausgerichteten Strategie zur Stärkung erneuerbarer Energien und regionaler Kreisläufe. Durch die Erzeugung von Biogas aus regionalen Reststoffen kann fossiles Erdgas substituiert werden. Gleichzeitig werden vorhandene Ressourcen besser genutzt und regionale Wertschöpfungsketten gestärkt. Außerdem entstehen neue Arbeitsplätze.

Mit der geplanten Inbetriebnahme Anfang 2030 könnte in Klagenfurt ein weiterer leistungsfähiger Baustein für die regionale Energiewende entstehen. Das Projekt verbindet erneuerbare Energieerzeugung, Substitution fossiler Energieträger, Abfall- und Abwasserwirtschaft sowie stoffliche Verwertung und schafft damit ein integriertes Kreislaufwirtschaftsmodell für Klagenfurt und Kärnten.