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„Urlauberwechsel“ – Wintergäste in der Klagenfurter Ostbucht

20. Januar 2026

Seit drei Jahren unterstützen die Stadtwerke Klagenfurt das Projekt „City meets Nature“, bei dem der Schutz des Europaschutzgebietes Lendspitz-Maiernigg und die wertvolle Natur in der Klagenfurter Ostbucht im Mittelpunkt stehen. Umgesetzt wird das Projekt, das von Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen bis hin zur Bewusstseinsbildung reicht, von E.C.O. Institut für Ökologie.

Eisbaden im Wörthersee

Jetzt im Winter ist es ruhig in der Ostbucht des Wörthersees. Badegäste sucht man – bis auf ganz wenige Wagemutige – vergebens. Und doch ist das Strandbad Klagenfurt auch im Winter ein beliebter Badeplatz. Wer genauer hinschaut, entdeckt zahlreiche Wasservögel. Die für Menschen versperrten Stege werden von zarten Lachmöwen bevölkert, gleich daneben säubern die um einiges größeren Mittelmeermöwen nach dem Bad ihr Gefieder. Unter dem Steg schwimmen Blässhühner, deren einheitlich schwarzes Federkleid von einem weißen Stirnschild kontrastiert wird. Kormorane sitzen auf Bojen und tauchen nach Fischen. Einzelne schwarz-weiß gefärbte Reiherenten lassen sich am Wasser treiben, und sogar der sonst scheue Silberreiher nutzt die Ruhe im Strandbad und stakt auf der Suche nach Essbarem im flachen Wasser.

Winterkleidung nicht vergessen

Ähnlich wie wir Menschen sehen aber auch manche Vogelarten im Winter anders aus als im Sommer. Während wir statt Badehosen im Winter Mäntel tragen, haben einige der Vogelarten ihr Prachtkleid, dass für die Balzsaison angelegt wird, inzwischen gegen ein schlichteres Federkleid getauscht. Der Haubentaucher ist eine dieser Vogelarten. Er hat seine charakteristische Federhaube und die orange-schwarzen Wangenbüschel über den Winter abgelegt. In seinem Schlichtkleid überwiegt der graubraune, eher unauffällige Eindruck, und man muss schon genau hinschauen, um ihn als Haubentaucher zu identifizieren.

Winterurlaub bei uns im Süden

Doch wer glaubt, dass all die Vögel das ganze Jahr bei uns sind, der könnte sich irren. Am Wörthersee gibt es nämlich regen Wintertourismus. Zwar sind die genannten Vogelarten ganzjährig bei uns anzutreffen, aber im Winter kommt dann zusätzlich noch die Verwandtschaft aus dem Norden zu uns. Viele Vögel ziehen aus Skandinavien oder Nordosteuropa an den Wörthersee, um hier zu überwintern. Diese Winterurlauber sind der Grund, dass in der kalten Jahreszeit von vielen Vogelarten noch wesentlich mehr Individuen anzutreffen sind als in der warmen Jahreshälfte, etwa vom Kormoran, der Lachmöwe oder vom Blässhuhn. Auch bei den Singvögeln sind große Wintertrupps auffällig. Oft suchen sie zu Dutzenden in den Baumkronen nach Samen und Beerenfrüchten. Wer seine Seele unter einer der vielen Schwarzerlen baumeln lässt, kann den auffällig braun-schwarz-weiß-gelb-rot gefärbten Stieglitz, den gelb-schwarzen Erlenzeisig oder den orange-grau-schwarzen Bergfink in den Ästen auf Nahrungssuche entdecken. Der Bergfink ist bei uns nur im Winter zu beobachten. Er ist ein klassischer Wintergast, der seine Brutgebiete in Skandinavien und Nordosteuropa räumt und seinen Urlaub bei uns verbringt, während die Schwesternart, der Buchfink, ganzjährig bei uns anzutreffen ist.

Fernglas mitnehmen

Wer sich in den nächsten Wochen an den See begibt, kann also einiges entdecken. Dabei ist zu beachten, dass die heimischen Wasservögel sehr gut an die hiesigen Bedingungen angepasst sind und ausreichend Nahrung in der Natur finden. Die Fütterung kann sogar kontraproduktiv sein und sich nachteilig auf Wasserqualität oder die Verdauung von Wasservögeln auswirken. Beim winterlichen Streifzug in der Ostbucht kann man auf Häppchen für die Vögel also getrost verzichten und stattdessen lieber ein Fernglas einpacken. Damit lassen sich die die gefiederten Freunde auch ohne Lockmittel von ganz nah beobachten.

 

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