Wärme aus dem Inneren der Erde als Ergänzung für die Fernwärmeproduktion
Stadtwerke Klagenfurt prüfen im Sommer in Klagenfurt und Umgebung das Potenzial von Tiefengeothermie
Klagenfurt, 5. Mai 2026 – Die Stadtwerke Klagenfurt prüfen im Sommer in Klagenfurt und Umgebung das Potenzial von Tiefengeothermie als mögliche Energiequelle für eine weitere erneuerbare Fernwärmeproduktion in Klagenfurt. Bei der Tiefengeothermie wird Wärme in Form von Heißwasser aus dem Inneren der Erde für die Heizung von Gebäuden genutzt. Mit Hilfe eines innovativen Verfahrens, der passiven Seismik, werden in den nächsten Wochen die Eigenschaften des Untergrundes untersucht. Die ersten Messergebnisse liegen Ende 2026 vor und sind Entscheidungsgrundlage für das weitere Projektvorgehen.
Um die geologischen Voraussetzungen zu prüfen, werden im Zeitraum August bis September 2026 rund 320 Messgeräte (Seismometer) in Klagenfurt und in 22 weiteren Gemeinden im Südwesten Kärntens aufgestellt. Die kleinen Messgeräte mit den Maßen 25 x10 x 10 cm werden in 30 cm Tiefe vergraben und haben die Aufgabe, Bodenschwingungen aufzuzeichnen. Es gibt daher keine Beeinträchtigungen der Anrainer, der Tier- oder Pflanzenwelt. Nach rund 30 Tagen werden die Geräte wieder entfernt und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. Um eine aussagekräftige Analyse zum Aufbau der geologischen Schichten durchführen zu können, ist ein großes Untersuchungsgebiet von 630 km2 notwendig.
Tiefengeothermieprojekte dauern vom Start einer Untersuchung bis zur potenziellen tatsächlichen Produktion mehrere Jahrzehnte. Zu Beginn steht immer die Erkundung der geologischen Untergrundsituation, da Art und Beschaffenheit des Gesteins maßgeblich für das geothermale Potenzial verantwortlich sind. Dies liegt daran, dass die Wärme nicht direkt dem Gestein, sondern darin zirkulierenden Tiefenwässern entzogen wird. Diese Wässer sind in ausreichender Menge vor allem in porösen oder stärker geklüfteten Gesteinsarten zu finden. Ziel der ersten Untersuchungen ist daher, diese geologischen Eigenschaften des Untergrunds möglichst präzise zu erfassen.